In der Sitzung des Schulausschusses am vergangenen Mittwoch, dem 15. April 2026, stand mit TOP 2 eine der finanziell bedeutendsten Weichenstellungen für die Bottroper Schullandschaft auf der Tagesordnung. Es geht um den Planungsbeschluss zur Erweiterung der Gustav-Heinemann-Realschule (GHR) sowie der Marie-Curie-Realschule (MCR) mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 24,3 Millionen Euro. Doch bevor die eigentliche Beratung begann, prägten bildungspolitische Grundsatzdiskussionen das Bild.

Anlass war ein Artikel der WAZ, in dem sich Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und der ÖdP kritisch zu den Investitionskosten geäußert hatten. Dies stieß bei den Vertretern von SPD und CDU auf deutliche Enttäuschung, da man in der Vergangenheit bei diesem Thema Einigkeit demonstriert und sogar gemeinsame Presseerklärungen abgegeben hatte. Besonders auffällig war jedoch der anschließende, etwa zehnminütige Monolog von Frau Dominas, die ihre Aussagen gegenüber der Presse bekräftigte und der Stadtverwaltung eine Mitschuld an der aktuellen Situation gab.

Ihre zentrale These: Die Stadt Bottrop sei in der Verantwortung, bereits im Vorfeld die Schullaufbahnentscheidungen der Eltern stärker zu lenken, um Überlastungen an bestimmten Schulformen zu vermeiden. Frau Granow-Kaiser aus dem Fachbereich Jugend und Schule wies dies jedoch mit aller Deutlichkeit zurück. Sie stellte klar, dass die Stadt durch Elternabende und Tage der offenen Tür umfassende Informationsangebote macht. Die letztliche Empfehlung zur Schulform und die Entscheidung über die Aufnahme liegen jedoch in der pädagogischen Verantwortung der Schulen sowie beim Elternrecht. Es ist schlichtweg nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Eltern bei der Anmeldung an einem Gymnasium vorzuschreiben, welche Schule ihr Kind zu besuchen hat, nur weil die Empfehlung eventuell eine andere war.

Aus Sicht der AfD-Fraktion ist diese Zurückweisung der Verwaltung absolut berechtigt. Die Behauptung, die Stadt müsse hier regulatorisch eingreifen, geht an den rechtlichen Realitäten vorbei. Ebenso fragwürdig erschien die Argumentation von Frau Dominas bezüglich der Ausweichmöglichkeiten für Schüler. Die Fakten in der Beschlussvorlage sprechen eine andere Sprache: Die räumlichen Kapazitäten an allen weiterführenden Schulen in Bottrop sind erschöpft. Es gibt keinen Spielraum mehr, da die letzten Reserven durch Seiteneinsteigerklassen für Flüchtlingskinder vollständig belegt sind.

Die geplanten Maßnahmen sind daher unumgänglich:

  • GHR: Hier muss ein baufälliger Pavillon ersetzt und dringend benötigte Differenzierungsräume für das Gemeinsame Lernen geschaffen werden.

  • MCR: Die Schule verliert ihre derzeitigen Räume im Gebäude des Jugendamtes durch städtebauliche Planungen und benötigt daher Ersatzflächen.

  • Neubau: Ein gemeinsamer Erweiterungsbau soll unter anderem Fachräume für Chemie, Kunst, Musik und Biologie beherbergen.

Trotz der hohen Summe, die auch eine Baupreissteigerung von 5,09 % und einen Risikozuschlag enthält, unterstützen wir das Vorhaben. Da der Bedarf teilweise bereits zum nächsten Schuljahr besteht, werden kurzfristig Containeranlagen an beiden Standorten als Übergangslösung errichtet.

Abschließend gilt für uns: Wenn man der Janusz-Korczak-Gesamtschule wirklich helfen will, sollten alle Parteien gegen die Umwandlung in eine Sekundarschule stimmen. Nur so lassen sich die Schüler und Eltern in Bottrop wirksam unterstützen. Für die AfD ist und bleibt letztendlich der Wählerwille der Eltern das entscheidende Kriterium in der Bildungspolitik. Wir werden den weiteren Weg der Vorlage bis zur Entscheidung im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss Ende April konstruktiv begleiten.